leonardo da vinci : der codex leicester

leben und werke des leonardo da vinci

italien 1451, in der nähe von florenz...
die geschichte beginnt im sommer des jahres 1451. der sohn eines notars, ser piero genannt, vergnügt sich auf dem lande mit einem mädchen namens catarina...
neun monate später...

am 15. april des jahres 1452 wird leonardo geboren. er ist der uneheliche sohn des ser piero da vinci und des bauernmädchens catarina. ser piero denkt jedoch nicht daran, mutter und kind aufzunehmen, sondern heiratet noch im gleichen jahr eine dame aus gutem hause. leonardo bleibt zunächst bei seiner mutter und wächst auf dem lande auf. er entwickelt ein inniges verhältnis zur natur.
viele jahre später notiert er einen traum, den er in seiner frühen kindheit hatte. ein vogel fliegt herbei und wedelt mit seinem schwanz zwischen seinen lippe hin und her.

als die mutter einen kalkbrenner heiratet, wird der fünfjährige leonardo im hause seines vaters aufgenommen. er lebt dort mit seiner stiefmutter und seinen großeltern. im laufe der jahre kommen noch elf geschwister hinzu. über leonardos jugendjahre ist nicht sehr viel bekannt. es ist jedoch klar, dass leonardo häufig in der natur spielt, beobachtet und anfängt zu zeichnen. dabei zeigt sich sehr bald sein ausserordentliches talent.

im sommer 1468 wütet die pest in florenz. kurze zeit später mietet ser piero hier kanzleiräume. er will sich als notar in florenz niederlassen. im jahre 1469 wird ser piero der notar der signorie, der stadtverwaltung von florenz. aus diesem grunde zieht er mit seiner familie nach florenz um. mit dabei: der achtzehnjährige leonardo.
ser piero ist von leonardos zeichnungen so beeindruckt, dass er sie dem angesehenen künstler verrochio zeigt. dieser nimmt leonardo in seine werkstatt auf. leonardo lernt sehr schnell. schon bald wirkt er an wichtigen gemälden mit, unter anderem an einem bild mit johannes dem täufer. hierfür malt leonardo die figur eines engels und einen teil der landschaft. es wird erzählt, dass verrochio von diesen details derart überwältigt war, dass er nie wieder einen pinsel anrühren wollte.

1472 wird leonardo mitglied der lukas-gilde von florenz. damit kann er als freier künstler arbeiten. er bleibt jedoch in verrocchios werkstatt.

aus dem jahre 1473 stammt die erste datierte landschaftszeichnung leonardo da vinci. sie ist vermutlich vor der natur entstanden und später im atelier überarbeitet worden.
im jahre 1475 erhält leonardo den auftrag, eine madonna mit dem kind zu malen. die nach einem früheren besitzer benannte "madonna benois" befindet sich heute in der eremitage in st. petersburg. leonardo wird im april 1476 anonym der homosexualität bezichtigt. obwohl dieses im damaligen florenz strafbar war, blieb eine offizielle anklage wohl aus mangel an beweisen aus.
1478 malt leonardo das portrait der ginevra benci. am 28. dezember 1479 fertigt leonardo eine zeichnung des erhängten baroncelli an. ein jahr später zeichnet er das bildnis eines kriegers. im märz 1481 erhält leonardo von den mönchen des klosters san donato den auftrag, eine anbetung der könige zu malen. er beginnt mit den entwürfen, die arbeit gerät jedoch bald ins stocken. am 28. september bekommt er die letzte zahlung, ohne dass er den auftrag beendet und das gemälde bei den mönchen abgegeben hätte. einen heiligen hieronymus hinterlässt er ebenfalls unvollendet.

1482, mit 30 jahren, geht leonardo nach mailand. da er ein herrvorragender sänger und lautespieler ist, soll er dem herrscher ludovico sforza eine laute überbringen.
er bewirbt sich mit einem brief bei ludovico sforza um arbeit. er preist dabei seine fähigkeiten als erfinder und ingenieur, nur am rande erwähnt er seine mal- und zeichenkunst. ludovico lehnt dieses gesuchen zunächst ab. dennoch bleibt leonardo in mailand.

am 25. april 1483 erhält leonardo den auftrag, eine madonna zu malen. da diese madonna in eine schroffe umgebung eingebettet ist, nennt man sie heute die felsgrottenmadonna.
cecilia gallerani war seit 1481 ludovicos geliebte. 1483 ist sie wohl kaum 20 jahre alt, als sie von leonardo mit einem hermelin portraitiert wird. der dunkle hintergrund des bildes ist eine spätere übermalung.

seit dem jahr 1483 beschäftigt sich leonardo mit der idee, ein monumentales reiterstandbild zu erschaffen. ludovico sforza plant, seinem vater ein solches denkmal zu setzen. aus den skizzen ist zu ersehen, dass leonardo ein gigantisches, sich aufbäumendes pferd mit reiter plante. die unzähligen studien zogen sich über jahre hin, bis ludovico im jahre 1489 die entwürfe als zu kühn und undurchführbar ablehnte.

am 26. märz 1485 beobachtet leonardo eine totale sonnenfinsternis, die sein interesse für die bewegung der gestirne weckt.
leonardo arbeitet 1487 und 1488 für die mailänder dombauhütte und erhält zahlungen für ein holzmodell des vierungsturmes. 1490 nimmt leonardo den 28 jährigen salai als schüler und gehilfe auf. er beginnt, die menschliche anatomie systematisch zu erforschen.

gleichzeitig nimmt er die arbeit am reiterdenkmal wieder auf. im november 1493 wird das tonmodell des reiterstandbildes fertig und öffentlich im corte vecchio des kastells ausgestellt. leonardo notiert, dass das pferd am 20. dezember 1493 in bronze gegossen werden soll. aus unbekannten gründen wurde dieses unternehmen jedoch nicht ausgeführt. ein jahr später entscheidet ludovico, die bronzevorräten für das denkmal dem schwiegervater d'este zu schicken. dieser benötigt dringend kanonen.

um 1495 erhält leonardo den auftrag, im refektorium des klosters ein fresko mit einem heiligen abendmahl ("das letzte abendmahl") auszuführen. er experimentiert an einer neuen maltechnik, die jedoch leider nicht dauerhaft ist. seine komposition wird im sommer des jahres 1497 fertig und von allen bewundert, aber schon nach wenigen jahren beginnt der verfall des bildes.

1499 erobern die franzosen mailand. im dezember 1499 flieht leonardo aus mailand, nachdem die französischen soldaten das tonmodell des reiterdenkmals mit pfeilen beschossen und zerstört hatten. er hält sich im februar 1500 in mantua auf und zeichnet ein portrait der isabella d'este. anschließend kehrt er über venedig im april nach mailand zurück. wahrscheinlich aus dem jahre 1501 stammt die erste version der anna selbdritt.

im jahre 1502 steht leonardo im dienste cesare borgias. er arbeitet als kriegsingenieur und kartograf. im märz 1503 kehrt leonardo nach florenz zurück. er erhält von dem kaufmann francesco del gioconda den auftrag, seine frau zu portraitieren: die mona lisa (kopie, und mona lisa cartoon).

im oktober 1503 übernimmt er einen gewaltigen auftrag. er soll im grossen ratssaal des palazzo vecchio in florenz ein monumentales wandbild malen, die anghari-schlacht. gleichzeitig arbeitet der junge michelangelo an einem fresco: an der gegenüberliegenden wand das ratssaales. leonardo hat 1505 seine studien für die angharie-schlacht beendet und beginnt mit den arbeiten am fresco.
im mai 1506 ist erst ein teil des bildes fertig, dennoch darf er kurzzeitig nach mailand gehen. nach ablauf der drei monate kehrt er jedoch nicht wie vereinbart, zurück, sondern bleibt auf wunsch des französischen statthalters in mailand. ein jahr später kauft ihn der französische könig aus seinen verpflichtungen in florenz frei.
leonardo malt eine zweite fassung der felsgrottenmadonna.

in den jahren 1406 und 1407 befasst sich leonardo mit einem studienwerk zu den themen wasser, bewegung und gestirne. das daraus entstandene buch ist das heute einzig bekannte zusammenhängende und abgeschlossene schriftwerk leonardos: der codex leicester.

vermutlich aus dem jahre 1508 stammt die zweite fassung der heiligen anna selbdritt, die sich heute im louvre in paris befindet. zwischen 1508 und 1513 intensiviert leonardo seine anatomischen studien. er malt ein heute verschollenes gemälde: leda mit dem schwan. nach dem tode seines mailander gönners charles d'amboise geht leonardo mit seinem neuen mäzen giuliano de medici 1513 nach rom. 1414 und 1415 arbeitet leonardo im vatikan an verschiedenen wissenschaftlichen experimenten. in rom malt er wahrscheinlich auch sein letztes bekanntes bild: johannes den täufer.
als mit giuliano de medici erneut sein förderer und geldgeber stirbt, nimmt leonardo da vinci ein angebot des französischen königs franz i. an. er geht als dessen hofmaler nach frankreich. im winter 1516 reist er nach cloux, wo ihm ein anwesen zur verfügung gestellt wird.

am 23. april 1519 verfasst leonardo sein testament. er vermacht sein gesamtes künstlerisches werk, gemälde, skizzen, aufzeichnungen und studien seinen beiden treuen freunden francesco melzi und giacomo salai. leonardo stirbt am 2. mai des jahres 1519. auf seinen wunsch hin wird er in der kirche st. florentin in amboise beigesetzt. sein grab wurde während der hugenottenkriege zerstört...

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